mtk-akademie

Musik, Tanz, Kunst

Poesietherapie / Ton-Psychologie

„Hörst du nicht den rechten Ton?“ heißt es in der Oper „Der Mond“ von Carl Orff.

„Der Ton macht die Musik“ ist ein altbekanntes Sprichtwort. Es spielt in den künstlerischen Therapien eine hervorgehobene Rolle, insbesondere in der Poesietherapie.

„Ton-Psychologie ist nicht mit Tonpsychologie gleichzusetzen. Während jene hauptsächlich die von Carl Stumpf begründete Lehre von der Schallwahrnehmung meint, bezieht sich Ton-Psychologie auf Geschehnisse, die in der Kommunikation mitschwingen und oft mit Klang oder Ton umschrieben werden.

Bei den Begriffen Klang und Ton handelt es sich um sehr schillernde Begriffe voller Überschneidungen in ihren Bedeutungszuschreibungen, hinter denen widerstreitende Auffassungen von Kunst allgemein und Musik im engeren Sinn bis hin zu Fragen von Wahrnehmungsperspektiven und Spiritualität miteinander ringen.

Ton-Psychologie als vornehmlich bildgebendes Verfahren betont die Bedeutung der Konkretisierung des mit dem vordergründig Hör- und Beobachtbaren einhergehenden strukturellen Hintergrunds von Musik und Patient durch Visualisierung ihrer Bewegungsspuren und erlebnisphilosophischen Schichten.“ (Zusammenfassung 2013)

Angesichts der oftmals zu beobachtenden Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit eignet sich die Bezeichnung „Ton-Psychologie“ besser als die laut einer 2020 vorgelegten Dissertation vom Verfasser stammende, 1985 erstmals verwendete, längst von jedermann auch ohne künstlerisches Studium verwendete Bezeichnung „Künstlerische Therapien“ (siehe Editorial zum 30-jährigen Bestehen der 1987 gegründeten Zeitschrift „Musik-, Tanz-, Kunsttherapie – Zeitschrift für Künstlerische Therapien“).

In der MTK-Ausgabe 2020-2, S. 131-150, wird Ton-Psychologie unter dem Aspekt „Bild in der Musiktherapie?“ behandelt.

https://www.psychologie-aktuell.com/journale/mtk/bisher-erschienen/inhalt-lesen/2020-21.html

Musik ist geistfähigs Material. Im Musizieren können wir uns in vergangene musikalische Schilderungen, Stimmungszustände und emotinale Äußerungen einfinden und im musikalischen Improvisieren unseren eigenen Ausdruck unserer Gefühle und Stimmungen schulen. Der Mensch ist seit Urgedenken im Wesentlichen anatomisch, neurologisch und psychisch gleichgeblieben. Zeitbedingt haben sich die Enkulturation geändert. Das Wissen und Nachempfinden der Gefühlslagen früherer Epochen und der Umgang mit Stilen anderer Persönlichkeiten lässt spannende Erfahrungen machen, die zum Vergleich mit der eigenen musikalischen Expressivität anregen.

–> siehe: Musiktherapie ohne Ablenkung: Der Weg und das Ziel sind der heilsame Flow (psychologie-aktuell.com)